Sitzungsbericht vom 4. März 2013
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würden. Er prangert auch die Abholzung von elf
Obstbäumen in Mamer in der rue des Jardins an,
wenige Tage vor dieser Abstimmung des PAG.
Den entsprechenden PAP werde man bei dessen
Einreichung jedenfalls so nicht verabschieden. Ein
entsprechendes Verhalten sei schlichtweg nicht
zu tolerieren.
Rat Jemp Weydert (déi gréng) bemängelt, dass
der Gemeinderat - mit Ausnahme der drei
Schöffenratsmitglieder - während sechs Jahren
im Unklaren über das Fortschreiten des PAG-
Projektes gelassen worden sei, dass dem Ge-
meinderat das 1200 Seiten starke Dossier erst
sechs Tage vor der Abstimmung zugestellt
worden sei. Wenn auch das 2. Votum durchgehe,
dann habe der Gemeinderat nie eine Chance
gehabt, das PAG-Projekt aktiv zu beeinflussen,
so dass sich der Handlungsspielraum auf das
Kritisieren eines fertigen Dokumentes reduziere.
Er ist der Ansicht, dass jetzt nicht über den PAG
abgestimmt werden dürfe, damit die Gemein-
deräte ihre Änderungsvorschläge nach den Vorga-
ben des Gesetzes einbringen können. In diesem
Sinne schlage er im Namen seiner Fraktion vor,
die Gemeinde eigenen Grundstücke in der Henri
Kirpach Straße als „Zone mixte“ einzustufen. In
Bezug auf die Kläranlage wirft er dem Schöffenrat
vor, seine Aufgabe nicht erfüllt zu haben, in
Bezug auf die Mobilitätsfrage fordert er einen
Auffangparkplatz auf Windhof. Auch wirft er ihm
vor, die Bevölkerung nicht informiert zu haben,
oder zumindest nicht ausreichend informiert zu
haben. Mit dem aktuellen PAG widerspreche sich
der Schöffenrat selbst; es sei immer davon geredet
worden, möglichst viel Bauland auf einen Schlag
freizugeben, um so niedrigere Baulandpreise zu
ermöglichen, doch genau das passiere jetzt nicht.
Zum Schluss verleiht Jemp Weydert seiner Freude
Ausdruck, zumindest einer gewissen Anzahl be-
troffener Bürger geholfen haben zu können.
Rat Jean Bissen (DP) bemängelt ebenfalls die
späte Zustellung der Unterlagen, bezeichnet das
Ausmaß des Bebauungsplans als übertrieben,
bescheinigt dem Schöffenrat aber, in Vergleich
zum ersten, im September vergangenen Jahres
vorgestellten Projekt stark zurückgerudert zu ha-
ben, dennoch sei der PAG zu üppig ausgefallen.
Er vermisst ein Verkehrskonzept, es reiche nicht
aus, sich an bestehenden Kapazitäten zu orien-
tieren, so Jean Bissen. Mehr Wohnraum bedeu-
te auch mehr Verkehr und damit eine Minderung
der Lebensqualität. Er wirft dem Schöffenrat auch
mangelnde Dialogbereitschaft vor. In Bezug auf
Holzem fordert er, dass die Ortschaft ihren länd-
lichen Charakter behalten solle, obwohl der Orts
kern noch wachsen werde. In Bezug auf Capellen
meint er, dass bestimmte Areale sich überhaupt
nicht als Bauland eignen würden. Er stellt fest
dass sämtlicher Straßenverkehr der Neubau-
siedlungen in die Kiemstraße mündet und ein
eventueller Anschluss an die Arlonerstraße zu
einem Schleichweg missbraucht werden könnte.
Der Autobahnverteiler zwischen Mamer und
Capellen sei eine Gefahr, müsse dringend verlegt
bzw. anders gestaltet werden, doch tauche eben
dieser Verteiler nicht im PAG auf. In Bezug auf den
Hauptort Mamer begrüßt Rat Bissen dass das
Überschwemmungsgebiet Bongert und Bickels-
bond aus dem Bebauungsplan gestrichen wurde
und wundert sich dass der Schöffenrat ein Areal
längst des Baches Mamer vorsieht um eine Wohn-
struktur für ältere Leute zu errichten; eine solche
Struktur wäre eher im Ortskern anzusiedeln. Des-
weiteren fürchtet er eine stark erhöhtes Verkehrs-
aufkommen in den bestehenden Siedlungen, da
neue Siedlungen nur durch bestehende zu errei-
chen seien. Im PAG-Projekt vermisst Jean Bissen
obendrein günstige Grundstücke für die heran-
wachsenden Jugendlichen der Gemeinde. Zum
Schluss gibt er an, dass die DP das PAG-Projekt
aus vorgenannten Gründen nicht mittragen werde.
CSV-Rat Alfons Schmid bezeichnet die vorlie-
gende Erweiterung des PAG als gutes Ergeb-
nis, zumal dieses im Konsens mit der Mehrheit
der Bürger zustande gekommen sei. Zudem sei
sie auch ein Ergebnis im Konsens mit Natur und
Umwelt. Die Erweiterung sei außerdem ein Akt der
Solidarität, so Alfons Schmid weiter. Wenn vor 30
oder 40 Jahren keine Erweiterung beschlossen
worden wäre, wären viele Bürger, die heute in der
Gemeinde Mamer leben, mit ziemlicher Sicherheit
nicht in den Besitz eines Baugrundstücks gekom-
men. Die Ziele der Erweiterung des PAG fasst
Alfons Schmid wie folgt zusammen: Schaffung
der Voraussetzung für eine gesunde Entwick-
lung der Bevölkerungsstruktur, Bereitstellung von
verbilligtem Wohnraum, Leistung eines Beitrags
in der landesweiten Wohnungsbaupolitik sowie
Leistung eines Beitrags zur Angebotserhöhung an
potenziellem Bauland mit entsprechender Dämp-
fung der Preisentwicklung. Die Themen Mobilität
und Energie seien bei der konkreten Lotissierung
zu diskutieren, so Alfons Schmid, der auch darauf
hinweist, dass die legalen Prozeduren eingehalten
worden seien. Das gesteckte Ziel sei trotz diverser